24.06.2020

Adieu

Pfarrer Johannes Zepezauer verabschiedet sich


Foto: privat (zum Vergrößern bitte anklicken)

Rituale und Zeichen spielen in unserem Leben eine besondere Rolle und ebenso gibt es so manche Worte und Redewendungen, die in bestimmten Situationen ihren Platz haben.
        Vor der Corona-Pandemie war es bei uns oft üblich, sich zur Begrüßung und Verabschiedung die Hände zu reichen. Jetzt müssen wir aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen zu unser aller Schutz darauf verzichten. Wir müssen einen Mindestabstand halten, um uns nicht gegenseitig zu gefährden. Und trotz dieser räumlichen Distanz fühlen wir uns hoffentlich immer noch miteinander verbunden – auch ohne Händereichen.
        Neben den Gesten sind in der Kommunikation zwischen Menschen natürlich auch Worte wichtig und können eine Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Bei einer Verabschiedung beispielsweise mag ich persönlich das Wort Adieu sehr. Es lohnt sich, einmal nachzulesen, was alles in diesem Wort – mit seinen zahlreichen Abwandlungen wie Ade und wohl sogar Tschüss – steckt. Vom lateinischen Ad Deum  („Zu Gott (hin)“ und den beiden französischen Worten à („bei“) und dieu („Gott“) lässt sich dieser Gruß ableiten. Wörtlich genommen, wünschen wir damit einer Person, dass sie mit Gott in Verbindung bleibt und einmal bei Gott ganz ankommen wird in seiner Ewigkeit.
        Der fromme Wunsch Gott befohlen geht in eine ähnliche Richtung. So sagt Paulus bei seiner Verabschiedungsrede in Milet: „Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade...“ (Apostel-geschichte 20,32a in der Lutherübersetzung / die Einheitsübersetzung verwendet anstelle von „befehlen“ das Wort „anvertrauen“).
        In diesem guten Sinn wünsche ich Ihnen und Euch, dass Sie/Ihr mit Gott verbunden und in allen Situationen des Lebens unter dem Segen Gottes geborgen bleiben/bleibt.
   So sende ich ein letztes Mal an dieser Stelle herzliche Grüße und sage „Adieu!

Ihr Pfarrer
Johannes Zepezauer


 

Ev. Philippus-Kirchengemeinde