20.06.2011

Ein Programm zwischen Himmel und Erde

Die Nacht der Kirchen war in Kranichstein ein großer Erfolg


Fotos: Dietmar Volke

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Um es vorweg zu sagen: Die Entscheidung des Ökumenischen Gemeindezentrums, sich bei der diesjährigen Nacht der Kirchen am 17. Juni mit einem eigenen Programm zu beteiligen, war richtig. Das attraktive Programmangebot wurde angenommen und die vereinzelt vorgebrachte Befürchtung, der Stadtteil Kranichstein liege doch zu weit vom Zentrum entfernt, wurde durch die Besucherzahlen widerlegt. Schon gleich zu Beginn war die Philippuskirche gut gefüllt (Foto oben), als von dem Flötenensemble TonART "Peter und der Wolff", Musik und Erzählung für Kinder und Erwachsene, dargeboten wurde. Der herzliche Applaus tat den Akteuren, die sich lange auf diese Aufführung vorbereitet hatten, sichtlich gut.

"Zwischen Himmel und Erde" war das Gesamtprogramm überschrieben. So konnte man sich ab 19 Uhr bis weit nach Mitternacht im Ökumenischen Zentrum auch fühlen und etwas von dem ökumenischen Geist erfahren, der dort nun seit nunmehr fast 31 Jahren herrscht. Besonders zum Ausdruck kam dies bei einer Agapefeier ("Wir brechen Brot - und teilen es miteinander"), die von Pfarrerin Sylvia Richter (ev.) und Pastoralreferentin Dr. Sabine Gahler (kath.) geleitet wurde. Die musikalische Begleitung durch Marion Olsowski auf dem Saxophon war besonders beeindruckend.

Dass man am späten Abend nochmals eine große Zuhörerschaft im wahrsten Sinn des Wortes begeistern konnte, zeigte das "Engelskonzert" bei Kerzenschein in der St. Jakobuskirche (Foto unten). Warum Engelskonzert? Die mögliche Antwort war dem Programmheft zu entnehmen: Nach einer Umfrage glaubt jeder dritte Deutsche an Engel. Jeder zehnte behauptet sogar, sie bereits gesehen oder gefühlt zu haben. Und etwa die Hälfte aller Befragten ist davon überzeugt, einen persönlichen Schutzengel zu haben. Acht musikalische Stücke, darunter die weniger bekannte Sonata Sopra l'Aria Musicale Del Gran Duca von Adriano Banchieri (1568-1634) oder die Sopran-Arie "Gottes Engel weichen nie" aus der Kantate Nr. 149 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und sieben literarische Kurzbeiträge, wie zum Beispiel der Tagebucheintrag vom 25.6.1914 "Skurrile Engel" von Franz Kafka, beinhaltete das einstündige Programm, das mit dem bekannten Abendsegen aus der Oper Hänsel und Gretel für Sopran, Traversflöte, Violine, Viola, Kontrabass und Orgel von Engelbert Humberdinck (1854-1921) seinen krönenden Abschluss fand. Lange anhaltenden Beifall gab es für die Ausführenden Annette Beck, Katharina Boller-Ott, Brigitte und Johannes Knirsch, Kirsten Kunze und Dr. Hans Joachim Landzettel sowie Sprecher Dr. Frank Möller.

Statt der geforderten Zugabe wartete man mit einer Einladung zu Wein und Brezeln auf, die gerne angenommen wurde und die Zuhörerinnen und Zuhörer bis weit nach Mitternacht im Foyer der Philippuskirche zusammenführte.

Wolfgang Lich


 

Ev. Philippus-Kirchengemeinde