18.06.2018

Mitspieler im bunten Gesellschaftsspiel

Ökumenisches Sommerfest mit Philippus-Jakobus-Lauf


Fotos: W. Lich, K. E. Brück (zum Vergrößern bitte anklicken)

"Viel Glück und viel Segen" steht als Lied weder im evangelischen noch im katholischen Gesangbuch. Und doch wurde es am vergangenen Sonntag (17. Juni) beim ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt des Sommerfestes im Ökumenischen Gemeindezentrum gesungen. Es war der Glückwunsch an den Stadtteil, der in diesem Jahr sein 50. Bestehen feiert. Die Predigt, im Dialog gehalten zwischen Pfarrer Dietmar Volke von der evangelischen Philippusgemeinde und Pastoralreferentin Sonja Knapp von der katholischen Pfarrei St. Jakobus war eine Hommage an Kranichstein.

"Wofür steht Kranichstein heute?" fragte Sonja Knapp und gab gleich die Antwort. "Kranichstein ist interkulturell und weltoffen. Hier leben Menschen aus 80 verschiedenen Nationen überwiegend friedlich zusammen". Dietmar Volke betonte: "Kranichstein steht für gute Vernetzung. Die unterschiedlichen Kooperationspartner spielen gut zusammen und es ist meistens ein Fair Play". Unter den zahlreichen Gottesdienstbesuchern saßen eine Menge überzeugter Kranichsteinerinnen und Kranichsteiner, die auf Befragung mit ihren Antworten  wie "Kranichstein steht für Bürgerbeteiligung, hat kurze Wege, herrliche Natur, pflegt gute Nachbarschaft" ihre hohe Zufriedenheit zum Ausdruck brachten.

Das Ökumenische Gemeindezentrum sei eine der christlichen Stimmen in diesem Stadtteil und freue sich, als solches immer mal wieder einen Beitrag zum guten Miteinander aller, die hier leben, leisten zu können. "Das ist auch unser Geburtstagsgeschenk an diesen Stadtteil: Dass wir weiterhin Mitspieler sind im großen bunten Gesellschaftsspiel Kranichstein, dass wir unsere Verantwortung wahrnehmen und verlässlicher Partner sind, wenn es darum geht, uns in Dienst nehmen zu lassen für die Menschen, die hier leben", sagte Pastoralreferentin Knapp. Und Pfarrer Volke ergänzte: "Wir wünschen, dem Stadtteil Kranichstein, dass er ein offener Stadtteil bleibt, in dem Menschen aller Generationen, Kulturen, Konfessionen und Religionen nicht nur friedlich zusammen leben, sondern voneinander lernen und einander unterstützen und so Gottes bunte Welt im Kleinen abbilden. Wir wünschen dem Stadtteil Kranichstein, dass er offen bleibt für den Geist des Miteinanders von allen, die das möchten".

Die Dialogpredigt in diesem ökumenischen Gottesdienst, der vom Dekanatsposaunenchor unter der Leitung von Lucia Schnellbacher und dem Ökumenischen Chor unter Andreas Sommer musikalisch begleitet wurde, hatte ihren eigenen Charakter und unterschied sich - dem Anlass entsprechend - von einer Sonntagspredigt. Sie wurde positiv aufgenommen, sicher auch von denen, die hauptamtlich Verantwortung für den 50 Jahre gewordenen Stadtteil tragen.

Zu einem Fest gehört natürlich auch gutes Essen und Trinken. Den Geruch von Gegrilltem konnte man schon während des Freiluftgottesdienstes wahrnehmen. Darüber hinaus gab es eine gute Suppe, einen viel gelobten Salat, Rote Grütze zum Nachtisch und später Kaffee und Kuchen. Ein frisch gezapftes Bier und allerlei alkoholfreie Getränke waren die richtigen Begleiter bei dem schönen Wetter.

Der Philippus-Jakobus-Lauf, in diesem Jahr zum neunten Mal ausgetragen, war am Nachmittag die Attraktion. Nahezu 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - vom Kleinkind bis zum Erwachsenen - hatten sich angemeldet und wurden für ihre Leistungen mit Medaillen, Pokalen und Gutscheinen belohnt. Dass die Teilnahme kostenfrei für die sportlich Begeisterten sein konnte, dafür sorgten die Sponsoren Bauverein AG, Merck, Sparkasse Darmstadt, Fraport und Gewerbeverein Kranichstein, wie die Kita-Leiterin und Organisatorin Iris Namendorf stolz betonte. Die Pfarrteams der beiden Gemeinden Philippus und St. Jakobus waren zur großen Freude wieder mit von der Partie und trugen diesmal anstatt der Startnummern den Slogan "50 - Happy Birthday Kranichstein" auf der Brust.

Einen Wermutstropfen gab es zum Schluss für die Fußballfans. Sie hatten die Möglichkeit, ab 17 Uhr das WM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko  im Ökumenischen Kinder- und Jugendhaus zu verfolgen und mussten mit ansehen, wie Deutschland 0:1 unter die Räder geriet.

Wolfgang Lich

 


 

Ev. Philippus-Kirchengemeinde