20.02.2019

Es lachen hören. bevor es da ist


Vor einem Jahr ist Kardinal Lehmann gestorben. „...der Mann, den man schon lachen hörte, ehe man ihn sah...” Dieser Satz ist mir aus einem der vielen Nachrufe besonders in Erinnerung geblieben. So habe ich ihn erlebt. Bei aller Ernsthaftigkeit eilte ihm seine Lebensfreude voraus. Die hat sich in die Herzen der Menschen eingeprägt. 

Bei Trauergesprächen höre ich die unterschiedlichsten Geschichten über den oder die Verstorbene. Bei aller Traurigkeit und Trauer legt sich mitunter auch ein Lächeln auf das Gesicht der Angehörigen, wenn sie sich an das gemeinsame Leben erinnern. Mitunter bricht sich sogar ein herzhaftes Lachen Bahn. Ja, der Tod schmerzt. Aber solche Erinnerung hilft, den Abschied zu ertragen. Jedes Lächeln und Lachen ist wie ein Protest dagegen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Ja, er hat ein Wörtchen mitzureden. Das ist ja nicht von der Hand zu weisen. Gut, wenn die Dunkelheit des Todes nicht alles lähmt und erstickt.

Nach solchen Gesprächen, die vom Leben mit Lachen und Freude erzählen – gegen die Trübsal der Trauer, nach solchen Gesprächen nehme ich die Sonnenstrahlen des Frühlings bewusster wahr. Nichts ist einfach selbstverständlich. Dass ich einigermaßen gesund bin, dass ich überhaupt im Leben dabei bin… 

In der Passionszeit erinnern Christen daran, dass Jesus den Weg zum Kreuz geht. Kein schöner Tod, sondern bitterer geht es kaum. Nach diesem Leid, der Passion, kommt Ostern. Beides gehört zusammen. Gott teilt den Tod seiner Menschen. Und Ostern sagt, dass der Tod nicht die letzte Wahrheit im Leben ist. Ostern widerspricht dem Tod, führt uns vor Augen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Das Lachen, das Kardinal Lehmann vorauseilte, hat für mich hörbar und anschaulich gemacht: er lebt, was er glaubt.

Es lachen hören, noch bevor es da ist. Das wünsche ich Ihnen mit Blick auf Ostern.

Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer 

Dietmar Volke


 

Ev. Philippus-Kirchengemeinde